12. März 2019

Offener Brief an Green City

 

An den Vorstand von

Green City e.V.

Lindwurmstraße 88
80337 München

 

 

Absender: Die Kunst-Spitz-Buam vom Giesinger Grünspitz

 

Räumung des Kunstareals am Grünspitz

 

 

Sehr geehrter Vorstand von Green City e.V.,

 

mit Schreiben vom 15.02.2019 fordert ihre Vertreterin Frau Nitsch den Künstler Ernst Sommer auf, die von ihm initiierten und zum Teil seit 2016 installierten Kunstobjekte auf dem Grünspitz zu räumen.

 

In erster Linie ist damit Sommers Installation 'Mein Freund der Baum' betroffen. Zweitens auch die Kunstobjekte der Gastkünstler Wolfram P. Kastner, WON ABC, Alexander Förster und HP Berndl.

 

Als Grund für die Räumung nennen Sie in Ihrem o.g. Schreiben, dass ein neuer Träger den gesamten Grünspitz übernimmt und ein Gremium in Zukunft darüber entscheidet welche Kunst am Grünspitz stattfinden soll.

 

Bitte beantworten Sie uns doch folgende Fragen, die bei einem Treffen im Stadtteilladen Giesing am Montag, den 11.03.19 nicht geklärt wurden:

 

  1. Wer ist denn der neue Träger bzw. Pächter des städtischen Areals Giesinger Grünspitz? Und ab wann?

  2. Wer bildet konkret das Gremium für das Grünspitz-Programm (Ansprechpartner)? Welche Leute entscheiden über die Neugestaltung und ferner über die Qualität und Auswahl von Kunstobjekten? Was qualifiziert sie dazu?

  3. Wer kommuniziert und koordiniert die Programmvorschläge und Kunstkonzepte? Jetzt und in Zukunft.

  4. Wären Sie bereit, uns solange einen Aufschub zu gewähren bis ein neues Kunstkonzept vorliegt und mit uns rechtzeitig, offen und fair zu kommunizieren?

     

Dass es wechselnde Ausstellungen und Aktionen in der Kunstecke (Kunstspitz) geben soll, haben wir bereits in unserem Konzept von 2018 dargelegt. Es wurde Ihrer Vertreterin Frau Nitsch und dem Stadteilladen im September 2018 ausgehändigt. Außerdem hängt es am Kunstspitz mit Kontaktdaten öffentlich aus. Bis dato hat sich allerdings von Künstlerseite noch niemand bei uns bzw. Herrn Sommer gemeldet.

 

Daneben gibt es mündliche Absprachen mit Frau Nitsch (Green City), dem Stadtteilladen sowie Vertretern des Kulturreferats. Der 'Kunstspitz' soll ausdrücklich verschiedenen Künstler*innen offenstehen. Eine zu klärende Frage wäre, was (gerade für die Zeit einer Vakanz) vorübergehend oder dauerhaft bleiben kann.

 

Die angebrachten Holzplatten sind leicht auf- und abzubauen. Anders verhält es sich mit der Grundskulptur 'Mein Freund der Baum' von Ernst Sommer. Wir sind der Ansicht, dass mindestens die Grundskulptur in Holz erhalten bleiben soll. Eine Überarbeitung und die Integration von Neuem ist unsere Absicht. Dafür stehen wir zum Dialog bereit.

 

Der Raum, den wir bisher in Anspruch genommen haben, ist sehr überschaubar. Wir erheben keinen Anspruch auf eine Dauer­ausstellung unserer derzeit auf dem Kunstspitz befindlichen Exponate. Allerdings möchten wir für die Installation 'Mein Freund der Baum' zu einer einvernehmlichen Lösung kommen.

 

Unsere Absicht ist es, eine Einigung zu erzielen, die den Raum lässt für eine gute Kooperation der Akteure – im Sinne eines einladenden, offenen und kreativen Grünspitzkonzepts.

 

Mit freundlichen Grüßen!

 

Ihre Kunst-Spitz-Buam HP Berndl und Alexander Förster (stellvertretend auch für Ernst Sommer, Wolfram P. Kastner, Markus Müller aka WON ABC)

 

 

Kontakt: HP Berndl, 0171-788 2475, berndl-art@posteo.de


19.10.2018

Was lange währt ...

                                                       ... wird endlich gut:

Nach unseren Kunstaktionen an dem Kriegerdenkmal

SIE STARBEN FÜR DEUTSCHLANDS RUHM UND EHRE 

ist nun das Bundesministerium für Verteidigung endlich bereit,

unserem Vorschlag zu folgen und

eine ergänzende Informationstafel anzubringen.

 

Zunächst wurde eine Anzeige gegen uns erstattet

wegen Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe

und wir wurden verurteilt (u.a. wegen „beschimpfenden Unfug“).

 

Gegen diese Urteile habe ich Widerspruch eingelegt

und wir warten auf einen Freispruch in der nächsten Instanz.

 

Folgenden Brief schrieben wir heute an die Ministerin:

 


München, 23.05.2018

Pressemitteilung 

 

KUNST:GEFAHR?

 

Sonderausstellung in der Rathausgalerie/Kunsthalle München, Marienplatz 8

 

Wolfram P. Kastner und HP Berndl

 

26. - 30. Juni 2018

 

Pressevorbesichtigung: 25.06.2018 ab 14 Uhr

Eröffnung: 26.Juni 2018 um 19 Uhr

Öffnungszeiten: 26. - 30. Juni jeweils 11-17 Uhr

 

Veranstaltungen:

 

27. Juni um 19 Uhr: Kann Kunst gefährlich sein?

Eine Einführung von Wolfram P. Kastner und HP Berndl mit corpora delicti für

"beschimpfender Unfug", "Belästigung der Allgemeinheit", "Pietätsverletzung" etc.

 

28. Juni um 19 Uhr: München - (k)ein Ort für Kunst?

Kunstgespräch mit RA Jürgen Arnold, monokultur, Wolfger Pöhlmann, Monika Renner, Georg Seeßlen, Wolfram P. Kastner, HP Berndl.

Moderation: Juana Ortmann (BR)

 

Ist in München nur harmlose Genießer- oder Kommerz-Kunst geduldet?

Ist München kein Ort für unbotmäßige Kunst? Wo bleibt hier die Liberalitas Bavariae? Wo die Freiheit der Kunst? Wie wird hier Kunst für den öffentlichen Raum ausgeschrieben und verhandelt?

 

Die immer gern zitierte und verfassungsmäßig garantierte Freiheit der Kunst will vollzogen sein. Anderseits findet sie nicht statt. Zumindest nicht im positiv kontroversen Sinne der Aufklärung. Und wenn sich dann die Staatsmacht in Gestalt der Justiz herausgefordert sieht, dann wird es spannend.

 

Wenn Künstler wie Wolfram P. Kastner und HP Berndl wegen vergleichsweise harmloser Kunstaktionen mit Unterlassungsklagen, Betretungsverboten öffentlicher Plätze, polizeilichen Platzverweisen und Strafbefehlen belegt und mit richterlichen Urteilen belangt werden, wieviel Freiheit der Kunst ist dann noch gewahrt? Endet in München oder Bayern der Vollzug der Kunstfreiheit im Strafvollzug? Besonders dann, wenn sie am Lack der Gesellschaft kratzt und etwas sichtbar macht, was man eigentlich eher nicht sehen möchte? Solche Kunst wird ohnehin vom Kunstmarkt boykottiert und von den Feuilletons ignoriert.

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, befand Karl Valentin. Sie ist oft schön, aber nicht immer. Und das muss sie auch nicht sein. Aber ist die Kunst von Kastner und Berndl mitunter so gefährlich, dass sie verboten, polizeilich behindert, mit Geldbußen, Straf- und Zivilprozessen und von privat sogar mit Morddrohungen bedacht werden muss?

 

Museen und Kunsthallen tun sich schwer mit solch sperriger und inkriminierter Kunst. Ebenso die RathausGalerie/Kunsthalle der Landeshauptstadt München. Da heißt es dann schon mal: Solche Kunst sei 'nicht darstellbar' und sie auszustellen sei 'eine gewissermaßen populär-rezeptionsgeschichtliche Präsentation' - aber keine Kunstausstellung.

 

Nun hat man Kastner und Berndl doch fünf Tage gewährt, ihre inkriminierte und teils juristisch verfolgte Aktionskunst 'performativ' in der Rathausgalerie darzustellen. Sie werden dort also performativ, informativ und künstlerisch produktiv zu sein. Im Sinne einer friedlichen, aber streitbaren Kunst, die aufdeckt, erinnert und aufzeigt wie wir mit gesellschaftlich relevanten Themen der Vergangenheit und Gegenwart ehrlich umgehen können.

 

 

Text und Fotos zum honorarfreien Abdruck freigegeben.

 

Kontakt:

Wolfram P. Kastner 089 - 157 32 19, w.kastner@ikufo.de

 

HP Berndl 0171 – 788 2475, berndl-art@posteo.de


Kleiner Sieg für die Kunst

München, 09.03.2017

Kunstaktion vor Gericht

Kleiner Sieg für die Kunst

 

Strafprozess gegen Wolfram P. Kastner und HP Berndl. Es geht um das Kriegerdenkmal Dachauerstr. 128, 2015 in München.

 

 

 

Foto: Wolfram P. Kastner

 
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