München, 23.05.2018

Pressemitteilung 

 

KUNST:GEFAHR?

 

Sonderausstellung in der Rathausgalerie/Kunsthalle München, Marienplatz 8

 

Wolfram P. Kastner und HP Berndl

 

26. - 30. Juni 2018

 

Pressevorbesichtigung: 25.06.2018 ab 14 Uhr

Eröffnung: 26.Juni 2018 um 19 Uhr

Öffnungszeiten: 26. - 30. Juni jeweils 11-17 Uhr

 

Veranstaltungen:

 

27. Juni um 19 Uhr: Kann Kunst gefährlich sein?

Eine Einführung von Wolfram P. Kastner und HP Berndl mit corpora delicti für

"beschimpfender Unfug", "Belästigung der Allgemeinheit", "Pietätsverletzung" etc.

 

28. Juni um 19 Uhr: München - (k)ein Ort für Kunst?

Kunstgespräch mit RA Jürgen Arnold, monokultur, Wolfger Pöhlmann, Monika Renner, Georg Seeßlen, Wolfram P. Kastner, HP Berndl.

Moderation: Juana Ortmann (BR)

 

Ist in München nur harmlose Genießer- oder Kommerz-Kunst geduldet?

Ist München kein Ort für unbotmäßige Kunst? Wo bleibt hier die Liberalitas Bavariae? Wo die Freiheit der Kunst? Wie wird hier Kunst für den öffentlichen Raum ausgeschrieben und verhandelt?

 

Die immer gern zitierte und verfassungsmäßig garantierte Freiheit der Kunst will vollzogen sein. Anderseits findet sie nicht statt. Zumindest nicht im positiv kontroversen Sinne der Aufklärung. Und wenn sich dann die Staatsmacht in Gestalt der Justiz herausgefordert sieht, dann wird es spannend.

 

Wenn Künstler wie Wolfram P. Kastner und HP Berndl wegen vergleichsweise harmloser Kunstaktionen mit Unterlassungsklagen, Betretungsverboten öffentlicher Plätze, polizeilichen Platzverweisen und Strafbefehlen belegt und mit richterlichen Urteilen belangt werden, wieviel Freiheit der Kunst ist dann noch gewahrt? Endet in München oder Bayern der Vollzug der Kunstfreiheit im Strafvollzug? Besonders dann, wenn sie am Lack der Gesellschaft kratzt und etwas sichtbar macht, was man eigentlich eher nicht sehen möchte? Solche Kunst wird ohnehin vom Kunstmarkt boykottiert und von den Feuilletons ignoriert.

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, befand Karl Valentin. Sie ist oft schön, aber nicht immer. Und das muss sie auch nicht sein. Aber ist die Kunst von Kastner und Berndl mitunter so gefährlich, dass sie verboten, polizeilich behindert, mit Geldbußen, Straf- und Zivilprozessen und von privat sogar mit Morddrohungen bedacht werden muss?

 

Museen und Kunsthallen tun sich schwer mit solch sperriger und inkriminierter Kunst. Ebenso die RathausGalerie/Kunsthalle der Landeshauptstadt München. Da heißt es dann schon mal: Solche Kunst sei 'nicht darstellbar' und sie auszustellen sei 'eine gewissermaßen populär-rezeptionsgeschichtliche Präsentation' - aber keine Kunstausstellung.

 

Nun hat man Kastner und Berndl doch fünf Tage gewährt, ihre inkriminierte und teils juristisch verfolgte Aktionskunst 'performativ' in der Rathausgalerie darzustellen. Sie werden dort also performativ, informativ und künstlerisch produktiv zu sein. Im Sinne einer friedlichen, aber streitbaren Kunst, die aufdeckt, erinnert und aufzeigt wie wir mit gesellschaftlich relevanten Themen der Vergangenheit und Gegenwart ehrlich umgehen können.

 

 

Text und Fotos zum honorarfreien Abdruck freigegeben.

 

Kontakt:

Wolfram P. Kastner 089 - 157 32 19, w.kastner@ikufo.de

 

HP Berndl 0171 – 788 2475, berndl-art@posteo.de


Kleiner Sieg für die Kunst

München, 09.03.2017

Kunstaktion vor Gericht

Kleiner Sieg für die Kunst

 

Strafprozess gegen Wolfram P. Kastner und HP Berndl. Es geht um das Kriegerdenkmal Dachauerstr. 128, 2015 in München.

 

 

 

Foto: Wolfram P. Kastner

 
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