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Mit einer weiteren Kunstaktion am Volkstrauertag 2015 haben HP Berndl und Wolfram P. Kastner eine Umgestaltung des Kriegerdenkmals an der Dachauerstraße 128 in München sichtbar werden lassen:

 

SO STARBEN DEUTSCHLANDS RUHM UND EHRE 

Offener Brief

an Johannes Singhammer MdB, Vizepräsident des Deutschen Bundestages

und an Dr. Hans-Peter Uhl MdB, Justiziar der CDU/CSU-Fraktion. Mai 2015

Betreff: Kriegerdenkmal 1. Weltkrieg Dachauer Straße, München

Sehr geehrter Herr Singhammer, sehr geehrter Herr Dr. Uhl!

Aus dem Artikel 'Renaissance für Ruhm und Ehre' der Süddeutschen Zeitung vom 31. März 2015 entnehmen wir, wie Sie sich für die Wiederherstellung einer Inschrift militaristischen Inhalts stark machen.

Interessant, wie Sie als Vizepräsident des Deutschen Bundestags mit öffentlichen Denkanstößen umgehen: kein Nachdenken, kein Dialog, keine Erklärung zu der militaristischen Floskel 'DEUTSCHLANDS RUHM UND EHRE' aus heutiger Sicht. Statt dessen Ignoranz der historischen Tatsachen und Beharren auf einem unhaltbaren propagandistischen Unsinn.

Dabei schreiben Sie in Ihrer Presseerklärung vom 30. März 2015 noch so schön: 'Jede Form von Krieg ist abzulehnen. Niemand will Krieg.' Fein formuliert. An wie vielen Auslandseinsätzen ist die Bundeswehr derzeit mit Ihrer Zustimmung beteiligt? Die Mehrheit der Bundesbürger ist gegen solche Militäreinsätze, und das wissen Sie.

Dass man ein Kriegerdenkmal 'auch im Kontext der Zeit, in der es entstanden ist' sehen sollte, finden wir auch. Aber muss man sein Denken auf die Zeit von 1924 beschränken? Darf man so ein die Geschichte fälschendes Bauwerk, das ja heute noch steht, nicht auch im Kontext der heutigen Zeit sehen, kommentieren und ergänzen?

Das 'Mahnmal' verherrliche nicht den Krieg, sondern gebe die Trauer von Angehörigen wieder, schreiben Sie. Deutschlands 'Ruhm und Ehre' auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs sollen der Ausdruck der Trauer von einst sein? Ohne ein Wort dazu oder eine Erklärung an dem besagten Denkmal? Das war aus damaliger Sicht schon falsch und ist es heute umso mehr. Sie und die Frau Bundesminister von der Leyen müssten es tatsächlich besser wissen als die Veteranen von 1924.

Wir haben nicht allzu optimistisch auf Ihre oder die Zustimmung von Frau von der Leyen gezählt. Einen etwas intelligenteren und sensibleren Umgang mit dem Thema wünschen wir uns allerdings schon. Diesen erwarten wir nach wie vor von heute verantwortlichen Politikern wie Ihnen.

Wir empfehlen Ihnen die Lektüre von Remarques „Im Westen nichts Neues“.

Mit friedlichen Grüßen!

Wolfram P. Kastner                                                                  Hans-Peter Berndl

 

Karfreitag, 3. April 2015, Dachauer Straße, München. HP Berndl und Wolfram P. Kastner.




Das Kriegerdenkmal an der Dachauer Straße in München ist schwarz verhüllt.

Wir hatten fünf Buchstaben (R,U,H,M, D) entfernt und der Bundesministerin Ursula von der Leyen geschickt, mit der Bitte, das militaristische Kriegerdenkmal mit einem angemessenen Text aus heutiger Sicht zu ergänzen.

Unser Vorschlag war:

„Wir trauern um die Soldaten der Bayerischen Eisenbahntruppe,

die in dem sinnlosen und furchtbaren Krieg 1914-18 ihr Leben verloren.

Wir wollen für Frieden sorgen und Kriege verhindern.“

Bundestagsvizepräsident Singhammer, der sich für eine gedanken- und kommentarlose Wiederherstellung des alten militaristischen Textes einsetzt, schreibt: „Jede Form von Krieg ist abzulehnen.“

Darin stimmen wir völlig mit ihm überein.

Deshalb haben wir am Karfreitag, 3.4.2015 das Wort

F R I E D E N

auf die schwarze Verhüllung geschrieben und hoffen, dass es dort lange stehen bleibt.

Wolfram P. Kastner                           Hans-Peter Berndl